Archiv für September 2011

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10 Eindrücke von Schweden

Als Abschluss meines Auslandstagebuches Schweden möchte ich noch meine persönlichen Eindrücke über das Leben und die Menschen in Schweden mit euch teilen.
Es handelt sich hierbei um meine persönlichen Erfahrungen im ländlichen Schweden, wo ich mich für zwei Monate aufgehalten habe.

  1. Kaffee
    Skandinavier lieben Kaffee. Fast überall – in Geschäften, in Kiosks, etc. bekommt man Kaffee, der gerne mit zwischendurch mit einem Stück Mehlspeise genossen wird.
  2. Familie
    Die Familie hat einen hohen Stellenwert in der schwedischen Gesellschaft. Ich habe noch nie auf der Straße so viele Kinder und junge Familien gesehen wie in Schweden. Auch bei geschäftlichen Gesprächen redet man gern über seine Familie und man sieht Familie und Beruf viel weniger als Gegenspieler, verglichen mit der traurigen Situation in Österreich.
  3. Patriotismus
    Die “normalen” Schweden zeigen sich weniger eingenommen vom eigenen Land, als es die IKEA-Werbung möglicherweise suggeriert. 😉 Es ist sogar so, dass junge Schweden dem Land und der Situation der Jugendlichen durchaus kritisch gegenüber stehen.
  4. Englisch
    Ein oft angesprochener Punkt, der die nordischen Länder von Österreich unterscheidet, ist dass sich fast alle Menschen mit Fremden in englischer Sprache unterhalten können. Schweden sprechen nicht außergewöhnlich gut Englisch, aber es reicht bei jedem zumindest für grundlegende Verständigung.
  5. Gewässer
    Von Schweden erwartet man Naturidylle, endlose Wälder und glasklare Seen und Gewässer. Zumindest beim letzten Punkt wird man als Frischankömmling enttäuscht. Alle Gewässer, die ich gesehen habe, waren nicht klar, sondern hatten eine braune Färbung. Die Gewässer haben bestimmt einwandfreie Wassergüte, für einen von glasklaren Seen und Flüssen verwöhnten Österreicher ist der Anblick aber einmal eine Desillusionierung. 😉
  6. Alkohol
    Abgesehen von Leichtbier aus dem Supermarkt kann man alkoholische Getränke in Schweden nur über die staatlichen “System Bolaget”-Geschäfte kaufen. Auf den Straßen ist der Konsum von Alkohol verboten, woran sich die Menschen aber oft nicht halten. Ich empfand darüberhinaus die allgegenwärtige Präsenz der typischen “System Bolaget”-Plastiksackerln immer als Werbung für Alkohol – wahrscheinlich genau das Gegenteil der Absicht des staatlichen Monopols.
  7. Snus
    Eine sehr populäre Form des Tabakkonsum in Schweden sind Snus, das ist (meist) vorportionierter Lutschtabak. Auch am Arbeitsplatz hat man sein Döschen Snus stehen, um seine Zwischendurch-Portion der nikotinhältigen Droge griffbereit zu haben.
  8. Selbstbedienungskassen
    Das Selbstregistrierungssystem wie z.B. bei IKEA gibt es in Schweden auch in Supermärkten. Der Kunde nimmt sich dazu einen bereitgestellten Hand-Scanner am Eingang, scannt seine Waren wenn er sie in den Einkaufswagen legt, gibt den Scanner bei der Kassa ab und bezahlt – fertig.
  9. Tatoos
    Richtig beliebt bei den Schweden ist auch Körperschmuck in Form von Tätowierungen. Während man sich bei uns auch noch eher auf kleine Tatoos beschränkt, muss es für den Schweden schon eine möglichst großflächige und farbreiche Ausführung sein.
  10. Amerikanische Oldtimer
    Viele Leute in dem Teil von Schweden, in dem ich mich aufgehalten habe, sind große “Autonarren”. Besonders beliebt sind amerikanische Muscle Cars, mit denen am Wochenende in den Ortschaften und Städtchen flaniert wird. Ein Ampel-Burnout zwischendurch bringt öfters einmal ein bisschen Leben in das ansonsten konstante Geblubber der zahlreichen vorüberfahrenden großvolumigen Oldtimermotoren.

Mein persönliches Fazit zum Schwedenaufenthalt ist ein gutes. Schweden ist ein schönes Land mit viel Natur, prinzipiell freundlichen und toleranten Menschen und einer modernen Weltsicht.
Die Haltung vieler Mitteleuropäer, die Schweden als heile Welt darstellen, in der alles klappt und wo die Menschen glücklich und zufrieden sind, kann ich nicht nachvollziehen. Jedes Land und jede Gesellschaft hat mit ihren Problemen zu kämpfen, so sollte jeder bestrebt sein das eigene Umfeld zu verbessern und zufrieden mit der eigenen Situation sei, anstatt nur “wo anders ist alles besser” zu predigen.

Zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass Schweden ein sehr lebenswertes Land ist, in dem ich gerne zwei Monate verbrachte und in das ich auch gerne wieder zurückkommen würde.

Nächste Station: Großbritannien. 🙂

Jakob

[Die Beschreibungen entsprechen meiner persönlichen Erfahrung. Weiters schließe ich nicht aus, dass der eine oder andere Punkt überspitzt formuliert ist. 😉 ]

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Nur ein Foto: Rudern am Lunzer See

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Nur ein Foto: Rogner Bad Blumau

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Entspannung pur im Rogner Bad Blumau – eine der tollsten Hotel- und Thermenanlagen überhaupt.

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