Archiv für Dezember 2015

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Mein (unkonventionelles) Motto für 2016

Im neuen Jahr will ich mich an den Prinzipien eines kontroversiell diskutierten Zeitgenossen orientieren.

1. Scheiß di ned au!
2. Bitte, sei ned so deppert!

Was auf den ersten Blick ungehobelt wirkt, ist bei genauerem Auseinandersetzen gleichsam treffend wie eindrücklich.

Das Motto stammt von Heini Staudinger, dem „Waldviertler“ Schuhfabrikanten. Heini Staudinger, der in erfrischend bodenständiger Weise das wirtschaftlich-gesellschaftlich-politische Geschehen kommentiert, zeigt unter anderem durch seinen Einsatz für die Bekleidungsindustrie in Mitteleuropa und durch seine Ideen der Unternehmensfinanzierung, dass er es damit auch ernst meint – bei all dem Gegenwind, sei er letztendlich berechtigt oder nicht.

Was leite ich aus den genannten Prinzipien ab?
Mich öfters einmal nicht von der Sorge leiten lassen, was denn alles passieren könnte wenn ich in der einen oder anderen Weise handle; das bedeutet für mich ned auscheißen. Anders gesagt: Eine eigene mutige Meinung haben, hinter dieser stehen und viel öfter als bisher tun was man selbst für richtig hält. Manche würden dazu sagen, man sollte viel öfter einen Mutausbruch haben. Mut alleine reicht jedoch nicht, es geht auch darum, sinnvolle, kluge, überlegte Lösungen zu verfolgen. Sich nichts zu scheißen ist nur dann erstrebenswert, wenn man ned so deppert ist, sich von schlechten Ideen leiten zu lassen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich eine Gesellschaft kaum weiterentwickelt, wenn sie aus angepassten, sich mit der Allgemeinheit zufrieden gebenden Individuen besteht. Gleichsam mutige und kluge Menschen bringen sie weiter – das werde ich im neuen Jahr zumindest versuchen zu sein.

1. Scheiß di ned au! 2. Sei ned so deppert!

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Die besten Bilder des Jahres 2015

Hallo liebe Besucher!

In der Tradition der letzten Jahre habe ich auch am Ende des Jahres 2015 wieder ein paar der – in meinen Augen – gelungensten Bilder der letzten zwölf Monate zusammengestellt.
Ich habe 2015 weniger fotografiert als in den Jahren zuvor. Es scheint mir aber, dass ich (dadurch?) zu jedem Bild ein spezielleres Verhältnis habe. Ich werde in dieser Weise weitermachen, nicht die Menge machts, sondern die Geschichte und die Emotionen hinter den Fotos …

best-of-2015

Bilder bei Flickr

Ein Best-Of des Jahres 2015 wäre unvollständig ohne die Bilder von unserem Aufenthalt auf La Réunion. Diese Fotos habe ich bewusst aus dem allgemeinen Jahresrückblick ausgeklammert, denn einen besseren Überblick zu La Réunion gibt es bereits diesem Beitrag!

Ich freue mich auf ein Wiedersehen in 2016! Guten Rutsch!

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In einer österreichischen Bankfiliale

Abschied von den EisenSteinzeitbanken.

Abschied von den EisenSteinzeitbanken.

„Was glauben Sie eigentlich wer Sie san?“

— ein Bankangestellter in Wien zu einer Kundin, die Geld einzahlen wollte und ihren Unmut über das Ticket-Wartesystem kundtat.

Seit Langem war ich heute wieder einmal in einer Bankfiliale; in einer prominent gelegenen Innenstadtfiliale eines großen österreichischen Geldhauses (nicht jenes im Titelbild). Der Besuch wirkte fast wie ein Schauspiel, das in Minuten veranschaulichen sollte, wieso das Filial-Endkundengeschäft nur am absteigenden Ast sein kann.

Als wir die erste Hürde genommen hatten, nämlich einen arbeitsfreien Tag zu finden, an dem sich die Bankzeiten nicht mit den eigenen Arbeitszeiten überschneiden, konnte es losgehen. Wir hatten einen Termin vereinbart, was sich in Anbetracht der kapazitätsbedingten Warteschlangen als vorteilhaft herausgestellt hat. Das als Beratungsgespräch bezeichnete Verkaufsgespräch verlief dann wie erwartet. Nachdem persönliche Daten (die einen Geldverwaltungsdienstleister meines Erachtens nicht zu interessieren haben) abgefragt waren, wurden geänderte Kontokonditionen unterbreitet. Das bestehende Konto müsse auf das aktuelle Tarifsystem umgestellt werden. Tollste Option dabei ein Tarif, der Online und Filiale vereint – jede Aktion in der Filiale kostet nur €1,50 zusätzlich zur monatlichen Kontoführungsgebühr.
Als nächster Punkt standen Versicherungen und Leasing am Programm. Wow, Versicherungsexpertin ist die Kundenbetreuerin auch!
Kommen wir zur Geldanlage. Ganz besonders empfehlenswert seien die Sammelfonds des eigenen Geldhauses. Wenn man sich die Kurse anschaut, steigen sie in den letzten Jahren immer. Und wenn sie gerade nach unten gehen ist es ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen. „Wir haben aber auch was mit Aktien; Apple und solche Firmen.“

Die Kundenbetreuerin ansich ist ja zu bedauern. Sie hat keine Chance, sich beim Girokontogeschäft, Bausparen, bei Versicherungen, Leasing und am Aktien- und Anleihemarkt auszukennen. Die Banken versuchen scheinbar das Filialgeschäft dadurch zu retten, den Kunden immer mehr Produkte aufzuschwatzen. Das funktioniert vielleicht für ein paar wenige Exemplare der schwindenden Spezies, informiertere Kunden werden dadurch aber sicherlich zusätzlich vergrault.

Richtig in das „Ende-der-Bankfilialen“-Schauspiel versetzt sah ich mich aber als eine ältere Kundin die Filiale betrat und sich für Ihre Geldeinzahlung nicht dem neu eingeführten, vermutlich effizienzsteigernden Wartesystem mit Nummernzetteln unterwerfen wollte. Sie machte Ihrem Unmut durch unüberhörbare Kommentare in Richtung Mitarbeiter an der Kassa Luft. Anstatt die Dame freundlich-charmant zu wenigen Minuten Wartezeit zu motivieren, ging der Mitarbeiter gleich mit rüpelhafter Art in die Offensive. Das Selbstverständnis des Mitarbeiters und seiner nicht um Deeskalation bemühten KollegInnen schien wie aus einer Zeit, als Bankangestellte noch „Bankbeamte“ waren und man Beamten mit Demut gegenüberzutreten hatte. Die besagte geldeinzahlende Dame aber, sie glaubte doch wirklich, als Kundin dürfe sie mitteilen, womit sie einverstanden sei und womit nicht. Die Diskussion endete mit Androhung die Kundin durch die Polizei abführen zu lassen.
Gut für die Bank: Ich glaube, länger wird sich die Bank mit dieser Kundin ohnehin nicht mehr „ärgern“ müssen …

Überweisungen mache ich wann es mir passt selbst, bei Versicherungen vertraue ich auf unabhängige Anbieter und beim Wertpapiermarkt sehe ich keinen Sinn von einer Bankangestellten einen vorgefertigten Prospekt vorgelesen zu bekommen.
Wenn ich in Zukunft von der Bankfilialen-Ausdünnung in den Medien lese, weiß ich, dass der technologische und gesellschaftliche Wandel die externe Rahmenbedingung ist, das ganze System aber offenbar (selbstverschuldet) die Adaption und damit den Anschluss verloren hat.

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Verfall und Transformation

Hallo liebe Besucher!

Leben heißt Veränderung – das gilt insbesondere auch für Städte und deren Infrastruktur.
Ein anschauliches Beispiel dafür ist das Gelände des Wiener Nordbahnhofs, dem ehemals größten Bahnhof der Habsburgermonarchie. Seit vielen Jahren liegt er brach, zuletzt wurde die Fläche aber im Rahmen der innerstädtischen Stadtentwicklung einer neuen Nutzung zugeführt.
Noch zeigen sich große Teile des Bahnhofs eher von der „Verfall“-Seite, jedoch ist die „Transformation“ schon an vielen Stellen abgeschlossen oder zumindest sichtbar.

Ich habe mich mit der Kamera auf einen Spaziergang durch den ehemaligen Nordbahnhof gemacht, die Fotos könnt ihr auf folgender Seite sehen.

nordbahnhof_wien

Oder wie gewohnt: die Bilder bei Flickr.

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Blassenstein bei Scheibbs

Hallo liebe Besucher!

Schon hunderte Male von unten gesehen, aber nie oben gewesen: Die Urlingerwarte am Blassenstein in der Hauptstadt meines Heimatbezirkes Scheibbs.

Dieser Umstand musste geändert werden, weshalb wir heute einen Spaziergang vom Rathausplatz von Scheibbs über die Dr.-Jelinek-Warte, weiter zur Urlingerwarte und zurück zum Rathausplatz unternahmen. Mit 3-4h auf gut beschilderten Wegen eine sehr lohnende und schöne Runde.

urlingswarte_blassenstein

Bilder bei Flickr

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