Nachdem vor ein bis zwei Jahren die Onlinewelt das Zwitschern entdeckte, könnte man einen neuen populären Dienst für den nächsten Flatterich halten: Flattr.
Kurz lässt sich Flattr als sogenannter Micropayment-Online-Bezahldienst erklären, bei dem Benutzer auf einfache Weise Geld an Macher von Internetinhalten senden können. Dazu zahlt der Benutzer einen monatlichen Fixbetrag auf sein Flattr-Konto ein, der Medienanbieter baut einen kleinen Bezahl-Button in seine Website ein, auf den der Benutzer klicken kann. Zum Monatsende wird der eingezahlte Betrag den Klicks entsprechend auf die Websitebetreiber aufgeteilt.
Dabei sind schon zwei zentrale Eigenschaften erwähnt, die das Konzept interessant machen: Der Benutzer kann ein fixes Monatsbudget veranschlagen und der Dienst ist denkbar einfach – ein Klick genügt.
Flattr unterstützt den momentanen Trend der Kommerzialisierung der Internetwelt. Darüber freuen sich zum Beispiel Verlage, denn ewig werden sich die Onlineausgaben der Zeitungen nicht mit den Druckversionen finanzieren lassen. Wenn Leser die Möglichkeit haben, auf unkomplizierte Weise für den Medienkonsum zu bezahlen und auch bereit sind, dafür Geld auszugeben, dann ist das für die großen Medienmacher natürlich eine sehr positive Entwicklung.
Für den Gedanken des freien, kreativen und unentgeltlichen Internets ist sie aber schädlich. Viele leidenschaftliche Blogger und Hobbymedienmacher wittern durch das Verwenden von Flattr die Chance, Geld zu verdienen. Aber ist es das, was man mit seinem Hobby-Blog erreichen wollte/will?
Ich denke nein.
Darum werde ich auf meiner Homepage weder Werbung noch Micropayment schalten. Es ist mein Hobby, die überschaubaren Kosten dafür trage ich selbst. Was mich motiviert ist Anerkennung, Freude die ich den Besuchern mit Bildern und Texten mache und das Gefühl, Hilfesuchende mit meinen Tutorial-Beiträgen unterstützen zu könnnen.
Ähnlich kritisch sieht auch der Autor dieses Blogbeitrag die Sache.
Weiters muss man sich natürlich auch bewusst sein, dass die Onlineaktivität durch die Einnahmen zum Einkommen wird, mit allem was dazugehört wie etwa Steuern. Außerdem sieht es mit dem Thema Urheberrecht auch ein bisschen anders aus, wenn es sich um eine kommerzielle Nutzung handelt, Stichwort Creative Commons.
Ich habe zum Probieren ein Flattr-Konto eröffnet und €10.- aufgeladen. Diese werde ich ganz gezielt für ausgewählte Onlineinhalte einsetzen und meine Erfahrungen mit dem Dienst in ein paar Monaten für mich nochmals reflektieren und über die weitere Verwendung entscheiden.
Nun würde mich interessieren: Wie ist eure Meinung zu Flattr oder zur Bezahlung von Amateur-Medieninhalten generell?
Schlüsselwörter: flattr, social payment, micro payment, blogging, blogger